Nach 1990 wurde die Gärtnerei kurzzeitig in die Rehabilitationsmaßnahmen des Krankenhauses, damals noch die psychologische Abteilung für Kinder und Jugentliche, übernommen. Kurze Zeit später zog die letzte Bewohnerin aus dem Wohnhaus aus, auf dem Gärtnereigelände wachsen neben wilden Margeriten Brennessel- und Distelkolonien heran. Im Naturpark „Saale-Unstrut-Triasland“ leider kein erfreulicher Blickfang.
Doch ganz trübselig sieht es für die Gärtnerei nicht aus und bald könnte es wieder recht lebhaft zugehen. Schwung in das Geschehen hoffen die neuen Eigentümer von Schloß Vitzenburg zu bringen. Diese sind am Erwerb des Objektes interessiert. Unter Leitung von Dipl.-Ing. Daniel Preußker sollen Spezialkulturen wie Zwergbuchsbäume, Antikrosen und Eibengewächse hier gezüchtet werden; das Wohnhaus soll denkmalgerecht renoviert werden. Eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus - im Rahmen von Rehabilitationsarbeiten - beruht auf beiderseitigem Interesse, so Herr Preußker. Bleibt nur abzuwarten, ob die Vorstellungen der neuen Schloßherren bald umgesetzt werden können, oder bürokratische Hürden weitere Jahre verstreichen lassen, die dem alten Gemäuer sicher nicht zum Besten dienen.
* Anmerkung der Redaktion (Juni 2011): Die Idee von Preußker sollte nicht umgesetzt werden. Im Sommer 2003 kam der Immobilienmakler Martin Kistenmacher an die Unstrut, zeigte der interessierten Dorfgemeinschaft einige Jahre darauf das zur Übernachtungsimmobilie umgekrempelte Anwesen. Das Gärtnereigelände indessen, welches Kistenmacher ebenfalls gegen die Pläne eines Altersheimes erworben hatte, verfällt täglich. Dicke Efeuranken wuchern über die alten Sandsteinmauern. Der Tourismus zieht an dem alten Schlossgelände vorbei und lässt das Gelände im meterhohen Vorgelände dahinsiechen. Eine Reportage des MDR im Winter 2010 fand einen vergnüglichen Beitzer vor, dem der Dorfklatsch des 80-Seelen-Nestes nicht interessiert.