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HINTERGRUND
Die Saale entspringt am Waldstein im Fichtelgebirge bei Zell (728 m ü. NN) Oberfranken/Bayern.
Die Saale, mit 413km nach der Moldau der zweitlängste Nebenfluss der Elbe, durchquert Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt, bevor sie bei Barby in die Elbe (49,5 m ü. NN) mündet. Der mittlere Abfluss beträgt 115 m³/s. Wichtigste Nebenflüsse sind Weiße Elster, Unstrut, Ilm und Bode.
In den Jahren 1933 bis 1942 wurde die Gesamtlänge durch Begradigungen im Rahmen des Wasserstraßenausbaues Elbe/Saale von 427 km auf rund 413 km verkürzt. Der damals begonnene Bau des für die Fluss-Schifffahrt gedachten Elster-Saale-Kanals, der bis nach Leipzig führen sollte, wurde nie vollendet.
Der Oberlauf der Saale zwischen Zell und Hof ist noch ziemlich gemächlich. Dann verläuft der Fluss quer durch das Thüringer Schiefergebirge und berührt Saalfeld/Saale, Rudolstadt und Jena. An ihrem Mittellauf ist die Saale mehrfach angestaut, die größten Stauseen einer fünfstufigen Kaskade sind der Hohenwarte- und der Bleiloch-Stausee.
Der Unterlauf verläuft in einer flachen Landschaft durch die Städte Weißenfels, Bad Dürrenberg, Merseburg, Halle (Saale), (südlich von Halle liegen die ökologisch wertvollen Saaleauen, im halleschen Stadtgebiet mehrere Inseln und Felsen am Ufer - Klausberge, Kröllwitzer Felsen, u.a. der Giebichenstein mit der gleichnamigen Burgruine) unterhalb von Halle passiert die Saale die Steilufer der Brachwitzer Alpen, Wettin, die Rothenburger Porphyrfelsen und Bernburg.
Die Saale mündet bei Barby in die Elbe.
Besonders empfehlenswert ist das Saale-Unstrut Weinbaugebiet, der (vor allem im Ober- und Mittellauf radtouristisch anspruchsvolle) Saale-Radweg. Die Saale fließt an der Heidecksburg, den Dornburger Schlössern, der Burg Saaleck, der Rudelsburg und Bad Kösen mit seinem Gradierwerk vorbei.
Die Unstrut entspringt bei Kefferhausen im Thüringischen Eichsfeld (368 m ü. NN). Die Ergiebigkeit der Quelle liegt bei durchschnittlich 4,5l/sec. Im Blütengrund bei Naumburg mündet die Unstrut in die Saale (150 m ü. NN). Seit 1358 wurde auf dem Fluss Flößerei betrieben, ab 1778 setzte eine rege Binnenschifferei ein. Wichtige Zuflüsse der Unstrut sind die Gera, die Wipper, die Helbe und Helme.
Der Fluss, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder für schwere Überschwemmungen sorgte und dessen Sumpfniederungen gefürchtet waren, wurde mehrfach reguliert. Insgesamt liegen zwischen Bretleben und Freyburg 12 Schleusen zur Wasserregulierung und Katastrophenschutz. Entlang der Unstrut wurde Erdgas gewonnen (bei Mühlhausen), Kalisalz bei Wangen und Roßleben, Steinsalz bei Artern. In den Sandsteinbrüchen bei Nebra wurde unter anderem das Material für den Bau des alten Elbtunnels und das rote Rathaus in Berlin gebrochen.
Von besonderem Reiz und in dieser Dichte einmalig in Deutschland sind die zahlreichen Burgen und Schlösser am Flusslauf. Sachsenburg, die Wasserburg in Heldrungen, Vitzenburg, Burgscheidungen, die verblichene „Perle des Unstruttales“ und die Neuenburg bei Freyburg im Herzen des Weinanbaugebietes. Besonderes Augenmerk erlangte durch den Fund der „Himmelsscheibe“ die Gegend um Nebra und die bewaldeten Höhenzüge des Ziegelrodaer Forstes.
Das Weinbaugebiet Saale-Unstrut ist das 13.deutsche Weinanbaugebiet in Deutschlands mit Zentrum in Freyburg/Unstrut. Mit etwas über 600ha Rebfläche in Thüringen und Sachsen-Anhalt gehört das nördlichste Weinanbaugebiet Europas zu den kleineren Weinanbaugebieten. Es erstreckt sich an der Unstrut von Vitzenburg bis zur Mündung in die Saale bei Naumburg sowie an der Saale von Jena bis Naumburg mit nennenswerten Weinbergen in Schulpforta und Bad Kösen. Außerhalb der Flusshänge gibt es Weinberge unter anderen in Bad Sulza und am Süßen See, die ebenfalls zur Saale-Unstrut-Region gerechnet werden.
Karge Böden (Muschelkalk, Buntsandstein), unzuverlässige Niederschläge (Regenschatten der Mittelgebirge Harz und Thüringer Wald) und die nördliche Lage lassen vor allem frühreifende Sorten wie Müller-Thurgau, Weißburgunder und Silvaner gedeihen, die aber in guten Jahren zu preisgekrönten trockenen Weinen ausgebaut werden. Die Rotkäppchen-Sektkellerei in Freyburg gehört (wieder) zu den Traditionsunternehmen und ist Marktführer auf dem deutschen Sektmarkt.
Im Jahre 531 fand nach Gregor von Tours' Decem libri an der Unstrut die Entscheidungsschlacht zwischen Franken und Thüringern statt, die mit der Vernichtung und Einverleibung des frühmittelalterlichen Thüringischen Königreiches in das Frankenreich endete. Bei der Schlacht bei Riade an der Unstrut kämpften 933 ca. 4.000 Krieger unter Befehl König Heinrichs I. gegen etwa 3.000 Magyaren.
Die "Toskana des Nordens" ist ein Geheimtip, der sich seiner Reize selbst nicht ganz bewusst scheint. Der provenziale Charakter ist typisch für diese spröde, wie faszinierende Gegend im Grenzverlauf zwischen südlichen Sachsen-Anhalt und Nordthüringen. Entdecken, geniesen und erleben - im Herzen Deutschlands ist Natürlichkeit angesagt:
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