ABM-Kräfte hatten über die Wintermonate 1993/94 hinweg alte Wanderwege wieder begehbar gemacht, Bäume gefällt und Licht in das Waldesdickicht gebracht. Mittlerweile sind die Wege wieder verwachsen und der Schlängelpfad durch den Waldstreifen nicht mehr begehbar. Eine ruhige und ungestörte Gegend für Jagdfanatiker und -pächter. Doch kämpft man sich quer durch das Unterholz weiter in südlicher Richtung, steigt über umgebrochene mächtige Buchen und bricht sich nicht den Hals in den zahlreichen Fuchsbauten, kann man die Stelle nach etwa 20 Minuten erreichen. Das „Rittergrab“ oder auch „heilige Grab“ - ein langer, schmaler Felsblock mit einer Länge von etwa 7,60m und Höhe von 2,70m - ragt zwischen langen Buchenstämmen aus dem Waldboden hervor. Auf der nördlichen Seite ist ein hufförmiger Eindruck zu erkennen, auf der unteren Seite ein rechteckiger. Überwuchert vom Moos der Fels, von der Zeit verwittert die Schriftzüge. Zu Ehren gefallener Hauptleute aus dem Gefolge des Thüringerkönigs soll der Stein aufgestellt worden sein. Im Reiseführer durch das Unstruttal beschreibt der Altertumsforscher Hermann Grössler 1904 noch die Inschrift: „Maechtige Zeit, du stürzest in ewigem Wirken Felsen und Wälder und selbst das Edelste der Erde, den Menschen, zum Staube dahin“. Daneben war selbst noch Goethes Sinngedicht an die Einsamkeit in einzelnen Zügen zu erkennen.
Vor solche „felsenfesten“ Fakten gestellt und von den sanft im Winde rauschenden Blätterdach überzeugt, neigt man dazu, allen historischen Fakten für und wider, die verlorene Schlacht Irmfrieds an diesen Ort zu verlegen, wobei sich der Thüringerkönig sicher nicht von der Schönheit, sondern von dem strategischen Vorteil der Gegend überzeugen ließ.